In
der Sommerpause, wurde der Kader erweitert. Für den nach Deutschland
abgewanderten Knavs wurde der Schweizer Nationalspieler Marco
Zwyssig geholt, auch Robert Ibertsberger konnte aus Italien für eine
Saison leihweise verpflichtet werden. Von der Wattener Filiale
wurden die jungen Sidibe und Sara geholt, zurück kamen Grumser, Köck
sowie aus St.Pauli Heinz Weber. Im Supercup - Finale gab es die
obligate Niederlage: Diesmal am Tivoli gegen den Cupsieger
FC Kärnten nach Elfmeterschiessen. In diesem Spiel verletzten sich
Gilewicz und Baur, sodass man der Mannschaft anmerkte, nicht mit dem
letzten notwendigen Nachdruck bei der Sache gewesen zu sein. Zu
wichtig sind die nächsten schwierigen Aufgaben, zu unwichtig der
Supercup.
Der
Start in die Meisterschaft gelang mit einem 2:0-Sieg beim GAK, der
als Mitfavorit in die Meisterschaft gegangen war. Kirchler und Jezek
sorgten schon nach 21 Minuten für den Endstand. Dazwischen vergab
der GAK einen Elfmeter. Im Finish spielten die Innsbrucker den
Vorsprung nach Hause. Gegen SW Bregenz gab es nur in der ersten
halben Stunde Schwierigkeiten, aber Kirchler und Gilewicz sorgten
noch vor der Pause für eine 2:0 Führung, die in der 2.Hälfte noch
auf 5:0 ausgebaut wurde. Besonders die Tore zum 3:0 (Kirchler) bzw.
5:0 (Jezek) waren Gustostückerl am Tivoli.
In Salzburg folgte dann ein torloses Remis. Danach wartete die
Wiener Austria am Tivoli. Es gilt die letzten 3 (!) Heimniederlagen
vergessen zu machen. Es gelang: In einem Geduldsspiel, indem die
Innsbrucker die klar bessere Mannschaft waren, aber auch die Wiener
wenige, gute Chancen hatten, gelang Baur Mitte der zweiten Halbzeit
das 1:0. Im folgenden Heimspiel gegen Admira/Wacker Mödling, das
alte Spiel wie gegen die Kärntner und Bregenzer. Solange es torlos
blieb, taten sich die Tiroler sehr schwer. Aber nach der Führung
ließen sie Ball und Gegner laufen. Kurz vor der Pause durch
Kirchler und Gilewicz die 2:0-Pausenführung, schließlich ein klares
6:0, wobei der Treffer von Ali Hörtnagl in der Schlussminute ein
Gustostückerl war. Nach einer Stunde spielten die Innsbrucker aber
sichtlich im Schongang, zum einen, um keine Verletzungen zu
riskieren, zum anderen kam man auch da nicht in Gefahr.
Das Auswärtsspiel bei Sturm wurde aufgrund einer besseren
CL-Quali-Vorbereitung verschoben. Im Heimspiel gegen Ried ein gutes
Spiel des FCT, 5 Stangenschüsse und ein vergebener Elfer von
Kirchler in der Nachspielzeit, Ergebnis: 0:0 !!!
Im
Wiener Prater gegen Rapid verzichtete Jara aus verschiedenen Gründen
auf das Offensiv-Triumvirat Kirchler-Gilewicz-Jezek, und trat quasi
mit einem B-Team an (O-Ton Rapid-Neocoach Persidis). Zudem fehlten
Hörtnagl, und die verletzten Panis und Marasek. Am Anfang hatte es
den Anschein, die Tiroler wollten ein 0:0 nach Hause spielen, und
die Rapidler konnten die wenigen Chancen zum Glück nicht nutzen. Zu
Beginn der 2.Hälfte dann das 1:0 nach Konter durch Wolfgang Mair.
Jetzt wurden die Tiroler immer besser, und nach Foul an Wazinger im
Strafraum, verwertete Brzeczek den Elfer zum 2:0-Endstand. In der
Endphase scheiterten die eingewechselten Gilewicz und Kirchler an
Maier. In der 2.Hälfte waren die Rapidler kaum einmal gefährlich vor
Ziegler aufgetaucht.
Das nächste Spiel gab Gelegenheit am FC Kärnten Revanche zu nehmen.
Mit 3:0 wurden die Kärntner besiegt, die Tiroler waren nach dem
Führungstor nie in Gefahr, das Spiel aus der Hand zu geben. Das
Auswärtsspiel beim FC Kärnten wurde wegen dem CL-Quali -
Wiederholungsspiel verschoben.
Dann kam der GAK auf den Tivoli. Die Tiroler spielten sich den Frust
von der Seele, und siegten mit dem neuen Saisonrekord von 7:0. Allzu
große Gegenwehr leistete der GAK allerdings nicht. Zumindest in der
nationalen Meisterschaft läuft es bei den Innsbruckern, sportlich
ist da nach wie vor alles bestens. Beim Spiel in Bregenz verzichtete
Jara auf die angeschlagenen Gilewicz und Jezek, Glieder stürmte
wieder von Beginn an, und sorgte auch für die 2:0-Führung. Danach
wurde es nochmals eng, als die 1084-minütige Torsperre von Ziegler
gebrochen wurde, aber beim 2:1 blieb es schließlich auch.
Gegen die wiedererstarkte Salzburger Austria hatte man zu keiner
Zeit Probleme, die frühe Führung wurde kurz vor - und nach - der
Pause auf das Endergebnis von 3:0 ausgebaut, weitere Chancen konnten
nicht genutzt werden. Wie schon im UEFA-Cup fiel der Tivoli mit
vielen leeren Rängen auf, vielleicht ein ersten Anzeichen der
folgenden Ereignisse.
Was
hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wurde, war Realität geworden:
Kurt Jara wechselt zum HSV. Vor kurzem noch hatte er erklärt, welche
Ziele er mit dem FCT noch hat, jetzt zeigte sich, wieviel ihm
wirklich am FCT lag: es sollte sein gesamter Stab mit zum HSV. Eine
Vorgangsweise, mit der er in Innsbruck viel Kredit, und vor allem
Glaubwürdigkeit verspielte. Vorerst übernahm Co Heinz Binder das
Team, aber schon bald war der Nachfolger gefunden: der Deutsche
Joachim Löw, unter allen Kandidaten passte er am besten ins Konzept
des Vereinsvorstandes.
Das Spiel bei der Austria beobachtete er bereits von der Tribüne,
das von Binder gecoachte Team, lieferte zwar das schwächste Spiel
der laufenden Meisterschaft, die Austria vergab Chance um Chance,
und die Innsbrucker hatten Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Mit
10 Mann, nach Gelb-Rot für Hörtnagl gelang in der Schlussphase der
Siegestreffer aus einem Konter durch Mair. Es war ein Spiegelbild zu
der Partie im Frühjahr am Tivoli, wenngleich der FCT noch mehr
Chancen hatte, und auch spielerisch in jenem Spiel um einiges besser
war.
Das Debüt von Löw bei der Admira endete mit einem glanzlosen
Auswärtssieg. Auch der Präsident Martin Kerscher trat in der Folge
aus der ersten Reihe zurück, und übergab das Präsidentenamt an
Dr. Othmar Bruckmüller. Im Spitzenduell am Tivoli gegen Sturm kamen
die Innsbrucker über ein 0:0 nicht hinaus, waren die klar
dominierende Mannschaft, aber bei widrigen Verhältnissen nicht in
der Lage, die vorhandenen Chancen zu verwerten. Im Auswärtsspiel in
Ried konnten die Tiroler mit 2:0 die Oberhand behalten, mussten sich
aber mehrmals bei Goalie Ziegler bedanken, dass sie ungeschlagen die
Heimreise antreten konnten. Schade, dass Ziegler in der
Meisterschaft fast immer Top-Leistungen bringt, aber im
internationalen Geschäft diesen Eindruck nicht immer bestätigen
kann.
Rapid
wurde am Tivoli-neu mit 2:0 besiegt, die Tiroler boten auch wieder
spielerisch eine bessere Leistung, auch Rapid war ein stärkerer
Gegner als Sturm vor 2 Wochen. Das nächste Spiel bei der Admira fiel
wieder wegen Terminkollisionen mit dem Team aus, dann kam der GAK
auf den Tivoli. Es setzte die erste Saisonniederlage mit einem 0:1.
Bezeichnenderweise ein Eigentor von Kogler. Der GAK fand aber noch
eine Vielzahl anderer Chancen vor, und hätte das 0:7 vor einigen
Wochen einigermaßen zurechtrücken können. Aber Ziegler hatte einen
starken Tag und machte viele Chancen zunichte. Bleibt zu hoffen,
dass dieser Dämpfer zur rechten Zeit gekommen ist. Man hat aber auch
gesehen, wenn das Team unter Druck ist, läuft nicht viel zusammen.
Zum nächsten Auswärtsspiel in Ried traten die Tiroler ohne Kirchler
und Ibertsberger an, zum Spiel ist nicht viel zu sagen, es verlief
wie das erste dieser Saison in Ried (siehe oben), nur das Ergebnis
war diesmal 1:0 für die Tiroler. Nach den beiden letzten Spielen in
diesem Herbst bei der Admira - mit einer blamablen 0:2-Niederlage,
und daheim gegen Rapid mit einem glücklichen 1:0, geht´s in die
verdiente Winterpause, in der Hoffnung, im Frühjahr eine Mannschaft
zur Verfügung zu haben, die weiter die Spitze halten kann.
Entgegen den oftmaligen Ankündigungen, dass keine Leistungsträger
den Verein verlassen, wurde Marc Ziegler zur Schuldentilgung an die
Wiener Austria abgetreten, Marco Zwyssig, den Jara nach Hamburg
holen wollte, wechselte zum FC Basel. Die finanzielle Sanierung
erforderte somit die ersten Opfer. Als Ersatz für Zwyssig wurde in
buchstäblich letzter Minute der Schwede Olof Persson geholt. Ziegler
sollte durch Weber oder Cherchesov problemlos zu ersetzen sein. Die
Vorbereitung lief wie geplant, die Voraussetzungen für ein
erfolgreiches Frühjahr waren damit gegeben.
Im
ersten Nachtragsspiel bei Sturm konnte nach guter Leistung mit 1:0
gewonnen werden, und damit die Verfolger weiter auf Distanz gehalten
werden. Das Heimspiel gegen Bregenz wurde ohne Probleme mit 4:1
gewonnen, es folgte wieder der Weg nach Graz zu Sturm. In einem eher
mäßigem Spiel, hat erst Sturm gute Chancen, dann vergeben die
Tiroler 2 Matchbälle, ehe in der 88.Minute Vastic den Siegestreffer
für die Grazer erzielte.
Das letzte Herbstnachtragsspiel beim FC Kärnten, konnten die Tiroler
durch Tore von Gilewicz - kurz vor der Pause, und Mair - in der
Schlussphase, sicher und ungefährdet mit 2:0 für sich entscheiden.
Gegen die Austria kamen die Tiroler nie ernsthaft in Gefahr, spielen
sicher und abgeklärt ihr Spiel. Durch Tore von Anfang (per Kopf !)
und dem Ex-Austrianer Jezek, ein klarer 2:0-Erfolg gegen die Wiener
Veilchen.
In Kärnten war diesmal nichts zu gewinnen, man unterlag nach
schwachem Spiel mit 1:2, und half damit dem Vorstand Prämien zu
sparen, die man sich derzeit ohnehin nicht leisten kann. Nachdem die
Mannschaft schon zu Beginn ersatzgeschwächt antreten musste,
schwächte sie sich auch noch durch Undiszipliniertheiten, und
beendete das Spiel mit 9 Mann. Man hat zeitweilig den Eindruck, der
traditionelle Frühjahrsschlendrian ist wieder im Lager der
Innsbrucker zu Gast. Das Hinspiel im Doppel gegen die Salzburger
Austria wurde im Innsbrucker Stadion - bei fast irregulärem
Schneeboden - mit 1:0 (Kirchler) gewonnen. In Salzburg gab´s ein
1:1-Remis, nach Tiroler Führung erstmals in dieser Saison der
Ausgleich des Gegners, ein wahres Osterei unserer sonst so sicheren
Hintermannschaft. In der Schlussphase Glück für die Tiroler, es
blieb beim Unentschieden. Prämiensparen der etwas anderen Art.
Nachdem die Finanzkrise zwar nicht aufgehoben, aber aufgeschoben
wurde, waren die Spieler beim 2:1-Sieg gegen die Admira
verständlicherweise nicht ganz bei der Sache, aber es ist noch
einmal gut gegangen. Beim GAK erreichte der FCT ein nicht
unverdientes 0:0. Der erste Matchball zur Meisterschaft gegen den
SV Ried, konnte am Tivoli nicht verwertet werden. In einem teilweise
hektischen Spiel mussten sich die Tiroler mit einem 1:1 begnügen.
Die spielerische Leistung ist immer mehr durch die unsichere Zukunft
beeinträchtigt.
Beim Auswärtsspiel in der 32.Runde bei Rapid im Prater dann das
endgültige Meisterstück: Ein verdienter 1:0-Sieg durch ein frühes
Radogoal. Der 10. Meistertitel der
wechselhaften Klubgeschichte ist fixiert ...
Ohne Gilewicz, Kogler,
Jezek, Kirchler und Cherchesov unterlag der FCT in Bregenz mit 0:2.
Die Kaderspieler, die sonst die Bank drückten, wie Scharrer,
Glieder, Grumser und auch Weber - dem die Spielpraxis sichtbar
fehlte - konnten in keiner Weise ihren Anspruch auf ein Stammleiberl
unterstreichen. Zusätzlich wurde wieder Baur Opfer seiner
Undiszipliniertheit, und musste schon nach einer knappen halben
Stunde vom Platz.
Im Spitzenspiel gegen Sturm am Tivoli setzte es nach gutem Spiel
eine 3:4-Heimniederlage, vor allem in der Defensive gab es Fehler,
die von den Grazern genutzt wurden. Trotz der Niederlage ein
sehenswertes Spiel der Tiroler. Bei der Wiener Austria unterlag man
nach mäßigem Spiel mit 1:2, es wird Zeit, dass dieses (sportlich)
erfolgreiche Spieljahr zu Ende geht. Im letzten Spiel am Tivoli
gegen den FC Kärnten gab es ein 3:1. Bezeichnenderweise war nicht
einmal dieses Spiel ausverkauft, gerade mal 13.000 wollten das
letzte Spiel dieser Mannschaft sehen.
Aufgrund der
finanziellen Schwierigkeiten schlitterte der FC Tirol in den Konkurs
und erhielt auch keine Lizenz für die nächste
Bundesliga-Meisterschaft. |