Saison 1999/2000
 

Bundesliga

  SP   S U N   Tore   P
    1. FC Tirol Innsbruck   36   24 5 7   54:30   77
    2. Sturm Graz   36   22 8 6   77:32   74
    3. Rapid Wien   36   20 6 10   59:29   66
    4. Austria Wien   36   16 6 14   49:44   54
    5. SV Ried/Innkr.   36   15 8 13   56:39   53
    6. Austria Salzburg   36   12 10 14   39:45   46
    7. GAK   36   12 6 18   41:62   42
    8. LASK   36   10 9 17   41:49   39
    9. SW Bregenz   36   10 5 21   39:73   35
  10. Austria Lustenau   36   4 7 25   22:74   19
 
 
Zugänge: Peter PAWLOWSKI (LASK)              
Paul HAFNER (SV Klingenbach)            
Christoph FREUND (SC Kundl)              
im Herbst: Bruno BERLOFFA (FC Tirol-Wacker Amateure)  
im Winter: Eduard GLIEDER (Austria Salzburg)    
                   
                   
                   
Abgänge: Mario STIEGLMAIR (Vorwärts Steyr)          
Hannes JOCHUM (LASK)                
Bülent-Kaan BILGEN (Kocaelispor)            
Roland KOLLMANN (FC Kärnten)            
im Winter: Christoph DAMM, Paul HAFNER, Christoph FREUND
  (alle WSG Wattens)            
  Patrik JEZEK (Austria Wien)        
  Karel VACHA (SK Budweis)        
  Bruno BERLOFFA (FC Tirol-Wacker Amateure)  
 
 

In der Sommerpause gab es nur geringfügige Änderungen im Kader der Tiroler. Vom LASK holte man den Stürmer Peter Pawlowski, der aber noch an den Nachwirkungen einer Verletzung laborierte. Hinzu kamen als Kaderergänzungen Hafner und Freund.
Die Mannschaft konnte den Aufwärtstrend fortsetzen, und startete sensationell mit Siegen gegen Vizemeister Rapid Wien (2:1) und bei Meister Sturm Graz (1:0). Gegen Rapid war es der erste Sieg nach 24 (!) Spielen bzw. 6 Jahren. Es folgte ein 1:0 in letzter Minute gegen den SV Ried. Die jeweiligen Siegestreffer erzielte Radoslav Gilewicz.
Im Schlager um die Tabellenführung siegten die Innsbrucker im Horrstadion gegen Austria Wien mit 2:0. Nach weiteren Siegen gegen den LASK 5:0, bei Austria Lustenau 3:1 und gegen den GAK 1:0 war der Startrekord einer Innsbrucker Mannschaft (1986/87 - FC Swarovski Tirol) eingestellt. Im 8.Spiel dann aber die erste Saisonniederlage. In Salzburg unterlag man trotz gutem Spiel mit 0:1.

 Die nachfolgenden 4 Spiele konnten aber wieder gewonnen werden. Darunter gegen die schärfsten Konkurrenten, bei Rapid mit 4:2 und gegen Sturm zuhause mit 1:0. Danach rutschte die Mannschaft aber in ein kleines Tief. Dem 0:5-Debakel in Ried folgten eine 0:2-Heimniederlage gegen die Austria aus Wien und eine 0:3-Niederlage in Linz gegen den LASK. Man muss aber auch erwähnen, dass es mittlerweile große Verletzungssorgen bei den Tirolern gab: Marasek, Baur fielen bis in den Winter aus, Anfang, Wazinger, Knavs und auch Gilewicz und die beiden Hörtnagl´s mussten einige Spiele zuschauen.
Gegen Lustenau konnten die Tiroler mit einem 3:0 wieder auf die Siegerstrasse zurückkehren. Zwei Remis, beim GAK, und zuhause gegen Salzburg, reichten, um die Herbstmeisterschaft an der Tabellenspitze zu beenden.
In der vorgezogenen ersten Frühjahrsrunde fuhr man mit 2 Punkten Vorsprung zum Auswärtsspiel zu Rapid nach Wien. In diesem direkten Duell um die Tabellenführung konnten sich die Tiroler ein 0:0 erkämpfen, und blieben an der Spitze. Danach konnte zuhause der LASK mit 1:0 bezwungen werden. Im letzten Spiel vor der Winterpause unterlag man beim GAK mit 0:2. Dieses Spiel musste aufgrund der schlechten Witterung in 2 Etappen absolviert werden.
Nach einer guten Herbstsaison geht der FC Tirol mit 2 bzw. 3 Punkten Vorsprung auf die Verfolger Rapid und Sturm in die Frühjahrssaison. Zudem haben die Tiroler ein Spiel weniger ausgetragen.

In der Winterpause verließ Patrik Jezek, der stärkste Tiroler in der Herbstsaison, die Innsbrucker in Richtung Austria Wien. Dadurch erhielt man einige Millionen, und alle Verträge mit Frank Stronach sollten damit wieder gelöst sein. Als Ersatz holten die Tiroler Edi Glieder aus Salzburg.

Im Frühjahr kam es dann zum ersten Gipfeltreffen der Spitzenteams: Sturm gastierte am Tivoli, und erkämpfte nach gutem Tiroler Spiel, und später Gilewicz-Führung noch ein 1:1. Die Tiroler vergaben damit eine große Chance sich wieder etwas abzusetzen. In diesem Spiel konnte man erstmals wieder komplett antreten, aber bereits danach fiel wieder Barisic - diesmal mit einer Meniskusverletzung - erneut länger aus! Das Auswärtsspiel bei Ried konnten die Tiroler mit 2:1 gewinnen, damit gelang die Revanche für das Debakel in Herbst.
Im Nachtragsspiel in Lustenau erreichten die Tiroler nur ein mageres 1:1. Nach einem Heimsieg über Bregenz, musste man zur Wiener Austria. Dieses Spiel konnten die Innsbrucker nur mit 9 Mann beenden, da Ali Hörtnagl und Glieder jeweils die Gelb-Rote Karte erhielten. Bis zur 80.Minute gelang es aber ein 0:0 zu halten, ehe durch einen von Köck abgefälschten Kopfball doch das 1:0 für die Austria fiel. Das Spiel endete schließlich 2:0 für die Wiener. Damit musste man erstmals seit der 4.Runde wieder die Tabellenspitze abgeben. In der Folge konnten die Innsbrucker aber den Kontakt zu Rapid halten. Salzburg wurde am Tivoli mit 2:1 geschlagen, im "Rückspiel" in Lehen konnten die Tiroler durch ein "Radogoal" mit 0:1 gewinnen. Auch die beiden folgenden Spiele gegen den GAK, und beim LASK konnten jeweils mit 1:0 gewonnen werden.

Am 31.Spieltag kam es zum nächsten Gipfeltreffen am Tivoli: Rapid, der Tabellenführer, war zu Gast am Tivoli. Dieser war endlich wieder einmal ausverkauft, und die Stimmung war einigermaßen gut. Aber gegen die massive Abwehr der Wiener konnten sich die Tiroler nicht entscheidend durchsetzen. Einzig Gilewicz hatte gleich zu Beginn eine Chance, die er aber nicht nutzen konnte. Rapid blieb immer wieder gefährlich, ohne sich aber zwingende Torchancen zu erarbeiten. In der Pause musste Gilewicz wegen Oberschenkelproblemen in der Kabine bleiben. Da bereits nach 25 Minuten Knavs verletzt ausschied, mussten die mit gelb belasteten Prudlo und Ali Hörtnagl trotz Rot-Gefahr weiter im Spiel bleiben. Das Spiel wurde durch kuriose Entscheidungen (auf beiden Seiten) des Schiri Schüttengruber immer wieder unterbrochen. Gegen Mitte der 2.Hälfte kamen die Innsbrucker immer besser ins Spiel, Gefahr ging aber nur dann aus, wenn über die Flügel gespielt wurde. In der 79.Minute wurde ein Rapidler mit Gelb-Rot in die Kabine geschickt. Drei Minuten später war es endlich soweit. Der eingewechselte Mair passte nach Doppelpass mit Hörtnagl scharf zur Mitte, und Kirchler konnte das 1:0 für die Tiroler erzielen. Die letzten 13 Minuten kam man nie mehr ernsthaft in Gefahr, den Ausgleich hinnehmen zu müssen - die Mannschaft hat aus dem Sturm-Spiel offenbar gelernt. Mit diesem Sieg übernahmen die Innsbrucker wieder die Tabellenführung von den Rapidlern. Alfred Hörtnagl meinte zu den häufigen 1:0-Siegen, es sei "Effizienz in Reinkultur".

Im folgenden Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Lustenau, vergab man die besten Chancen, und gewann glücklich, aber hochverdient wieder mit 1:0. Dann ging es zum großen Schlager nach Graz zu Sturm. Leider wurde die erste Viertelstunde total verschlafen, und nach 14 Minuten lagen die Tiroler bereits mit 0:2 im Rückstand. In der Folge kamen die Innsbrucker immer besser ins Spiel, und konnten zu Beginn der 2.Hälfte den Anschlusstreffer erzielen. Die Innsbrucker drängten auf den Ausgleich, fingen sich aber ein Kontertor, und in der letzten Minute auch noch das 1:4 für Sturm ein. Dieses Spiel war aber, so waren sich alle einig, das beste Meisterschaftsspiel der laufenden Saison, und bei besserer Chancenauswertung, wäre sicher mehr drinnen gewesen. Der Vorsprung auf Sturm schrumpfte auf einen Punkt, zudem hatten die Grazer das klar bessere Torverhältnis aufzuweisen.
Nun war am Tivoli der SV Ried der nächste Gegner. Die Tiroler wurden mit dem Druck des "gewinnen müssens" hervorragend fertig, ließen den Riedern keine Chance, und siegten mit 3:1. In der 35.Runde war man bei Bregenz zu Gast, und durch die Niederlage die Sturm in Bregenz erlitt, vorgewarnt. Durch etwa 5000 Fans, die über den Arlberg mitgereist waren, unterstützt, spielten die Innsbrucker die Partie routiniert herunter, und siegten durch 3 Kirchler-Tore hochverdient mit 3:0. Auch diese Hürde wurde bravourös gemeistert.

Vor der letzten Runde lag man 1 Punkt, bei klar schlechterer Tordifferenz, vor Sturm. Das Heimspiel gegen die Wiener Austria musste unbedingt gewonnen werden. Bereits am Freitag vor dem Bregenz-Spiel war der Tivoli restlos ausverkauft. Die Stimmung am Tivoli war einzigartig. Wie beim ersten Auswärtsspiel bei der Austria sorgte Roland Kirchler bereits in der 2.Minute für ein Blitztor. Nach diesem frühen 1:0 fanden die Tiroler weitere Chancen vor. Statt dem 2:0 fiel aber wie aus heiterem Himmel der Ausgleich. Die Abseitsfalle schnappte nicht zu, und Plassnegger wurde von Stani Cerchessov ausschlußreif gefoult. Schiedsrichter Schüttengruber zeigte Stani aber zum Glück nur Gelb. Den Elfer verwertete Mayrleb für die Wiener.
Gegen Ende der 1.Halbzeit erholten sich die Innsbrucker wieder, konnten aber kein Tor mehr erzielen. Mit enormen Siegeswillen kamen die Tiroler aus der Kabine. In der 53.Minute war es soweit: Kirchler gab einen Freistoss von rechts zur Mitte, und Kapitän Michl Baur erzielte mit einem herrlichen Kopfball das vielumjubelte 2:1. In der Folge waren die Innsbrucker kaum mehr gefährdet, und spielten die Sieg souverän nach Hause. Als nach 92 Minuten der Schiri die Partie beendete, brachen alle Dämme.

Der FC Tirol war nach 10 Jahren wieder österreichischer Fussballmeister.

Die Fans stürmten das Spielfeld, Mannschaft, Trainer, der Vorstand, alle feierten diesen einzigartigen Erfolg, der hart erarbeitet wurde, und sicher schwerer wiegt, als die Titel unter Happel, da diese erwartet wurden, und die Mannschaften damals als klare Favoriten in die Punktejagd gestartet waren.