BRASCHLER Manfred
 

 * 8.10.1958,  31.7.2002 Vereine Für Innsbruck:
  bis 1977  SC Imst  


Foto: Wacker-Kurier
1977 - 1982  SSW Innsbruck BL - Spiele: 70
1982 - 1989  FC St. Gallen BL - Tore: 14
1989 - 1991  FC Chur    
FC Romanshorn BL2 - Spiele: 52
  BL2 - Tore: 18
     
  Cup - Spiele: 15
  Cup - Tore:  3
  EC - Spiele:   6
  EC - Tore:   1
     
     

Der gebürtige Imster kam als 19-jähriger im Sommer 1977 nach Innsbruck, und kam zu Beginn im Unter-21-Team zum Einsatz. Bereits in seinem ersten Spiel im U21-Team erzielte er 3 Tore. Trainer Kessler baute den jungen, hoffnungsvollen Stürmer behutsam auf. In der 4.Runde kam er zu seinem ersten Kurzeinsatz in der Kampfmannschaft. Auch in der Folge wurde er regelmäßig eingewechselt, und konnte sich so an die raue Bundesliga-Luft gewöhnen. In der 14.Runde war es dann soweit, erster Einsatz von Beginn an, gegen den LASK. Durch seine Schnelligkeit wirbelte er auf der linken Außenbahn die Linzer gehörig durcheinander, und seine Flankenbälle sorgten immer wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Aber auch sein erstes Tor gelang ihm in diesem Spiel, und was für eins: Mit einem Bombenschuss vom 16er traf er genau unter die Querlatte, der Innsbrucker Tivoli hatte einen neuen Publikumsliebling.
Es schien aber, dass er mit dem Erfolg, aber auch vielleicht mit dem Druck vorerst nicht fertig wurde. Es folgten Rückschläge, kaum mehr Einsätze in der Ersten. Erst im Frühjahr gegen Saisonende wurde er wieder vermehrt eingesetzt, insgesamt kam er in seiner ersten Saison auf 3 Tore. Aus dieser Zeit stammt auch sein Spitzname: Pipifax, getauft von Trainer Georg Kessler.

In der Saison 1978/79 kam er nur mehr auf 15 Einsätze und 2 Torerfolgen, er konnte in der Mannschaft, die in dieser Saison maßlos enttäuschte, nie richtig Fuß fassen, im Frühjahr musste er lange pausieren. In der Sommerpause 1979 wollte er unbedingt weg von Wacker Innsbruck, und absolvierte in der Schweiz auch Probetrainings bei Spitzenklubs wie Servette Genf und Xamax Neuchatel. Auf keinen Fall wollte er mehr nach Innsbruck zurückkehren, und in der 2.Division spielen. Aber Mitspieler konnten Braschler und die Vereinsführung überzeugen, aufeinander zuzugehen, und weiter zusammenzuarbeiten. In der Folge spielte er wieder für Innsbruck, und im 2.Jahr gelang auch in überzeugender Weise der Wiederaufstieg. In den 2 Jahren in der 2.Division erzielte er 8 bzw. 10 Tore.
Die Saison 1981/82 sollte für seine weitere Karriere ausschlaggebend werden. Genauer gesagt: der 21.November 1981. Beim 5:0 über Sturm Graz erzielte er mit einem lupenreinen Hattrick in der Schlussphase die Tore 3 bis 5. Der anwesende ÖFB-Teamchef Karl Stotz bedauerte, dass er Braschler als Schweizer nicht im Nationalteam einsetzen konnte. Die Gegner in der Bundesliga wurden hellhörig.

Bisher galt Braschler als "Österreicher", erzielte auch bei seinem einzigen B-Länderspiel 1978 gegen Portugal den 1:0-Siegestreffer. Dem entsprechend wurde er von den Innsbruckern als "Inländer" eingesetzt. Wenn der ÖFB ihn zu einem Länderspiel einlädt, ging man davon aus, dass es sich bei Braschler um einen "Österreicher" handelt. Dieser Meinung schlossen sich Sturm, der Wiener Sportklub und die Wiener Austria aber klarerweise nicht an. Diese 3 Vereine erlitten in Spielen gegen die Innsbrucker, wo Braschler und 3 Legionäre eingesetzt wurden, Punkteverluste, und protestierten beim Strafsenat gegen die Beglaubigung der Resultate. In erster Instanz erhielt Innsbruck Recht, die 2. entschied gegen die Tiroler, und die 3. Instanz gab endgültig den Tirolern Recht, und es blieb bei den am Spielfeld erzielten Ergebnissen. Braschler war danach in ganz Europa ein Begriff. Nach dieser Saison wechselte er in die Schweiz, und wurde schließlich sogar in die Schweizer Nationalmannschaft einberufen. Einige Jahre war er noch für den FC St.Gallen, für Chur und die Nationalelf erfolgreich tätig. Danach betrieb er eine Reinigungsfirma in der Schweiz.

Im Jahr 2002 verstarb Manfred Braschler in seiner Schweizer Wahlheimat im 44. Lebensjahr.